Poetry: Gedanken zu meinem halben Leben

Ich habe ein halbes Leben gelebt
Die meiste Zeit habe ich um mehr gefleht
Doch wenn ich jetzt zurücksehe
erkenne ich, wenn ich in meinen Spuren ein paar Schritte gehe
dass ich schon genug erlebt habe, um viele Leben zu füllen
Sag mir ein Wort und ich erzähl dir eine Geschichte, ich kann damit Romane zumüllen.

Ich habe Wunder erlebt und an Gottes Macht gezweifelt und so Wunder verpasst
Ich wurde enttäuscht und habe enttäuscht

Habe Freunde verloren und neue gefunden

Ich wurde geschlagen und habe geschlagen
Habe erzogen und wurde erzogen
Geprägt, gehegt und gepflegt
Ich wurde umworben
und habe geschwärmt,
Ich wurde beeinflusst und auch verdorben
Ich habe Kinder geboren und keines verloren 
Ich habe gejammert, weil ich nachts geweckt wurde
Und unzählige Nächte sinnlos durchgemacht 
Ich habe zu wenig geweint und zu wenig gelacht
Ich hab über Wehwehchen geklagt
Und tapfer ertragen
Ich wurde befragt, bestraft und verklagt
Ich sah einem Einbrecher ins Gesicht und schlief friedlich weiter
Ich fiel von einem Dach und hab Angst vor jeder Leiter
Ich habe Fehler gemacht, weil ich es nicht besser wusste
Und einige vollkommen Bewusste!
Ich habe 1000 mal unnötig Entschuldigung gesagt
Aber als es darauf ankam, es nicht gewagt
Um Vergebung zu bitten und Vergebung anzunehmen
Ich ließ mich von der Angst lähmen
Und ging mutig voran,
Weil ich dachte, dass ich alles kann
Mir wurde vergeben. Ich habe vergeben.
Habe Gott mein ganzes Leben gegeben
Und doch immer wieder etwas zurück verlangt
Ich habe unnötig Geld verprasst
und habe großzügig gegeben und gespendet
und bin geizig, wenn es mir passt
ich habe beneidet und wurde von Reichtum geblendet

Ich habe fremde Lorbeeren geerntet
Und meine eigenen verschenkt
Ich habe angegeben und mich in den Mittelpunkt gestellt,
wie der König der Welt
als Demut nötig gewesen wäre
Und habe mich auch mal mit falscher Bescheidenheit gekleidet
Das war mir eine Lehre.
Ich habe Gottes kleine Schafe geweidet
Habe die Lasten Anderer getragen
Und weg gesehen, als ich sah wie mein Kind leidet
Ich kann 1000 unnötige Worte sagen
Und schwieg, als ich meine Stimme erheben sollte
Aber wegen Kleinigkeiten schmollte
Ich wurde von Lügen gefangen
Habe selbst gelogen, gestohlen und mich und andere betrogen,

Habe gelobt und getadelt
angeschrien und getröstet
Habe mich vom Tröster trösten lassen
und Trostsuchende abgewiesen
Ich war hilfsbereit und auf Hilfe angewiesen

Ich habe maßlos Schokolade gegessen und habe gehungert
War fett und auch mal untergewichtig.
Manche mit denen ich mich umgab, waren zwielichtig
Ich bin auf der Straße rumgelungert
Habe meine Meinung gebildet und verworfen
Wusste was falsch und was richtig
Was hielt ich mich für wichtig
Und gleichzeitig für alles zu dumm

Ich dachte Liebe wäre endlich und staune, dass die meines Mannes immer noch wächst,
Ich habe meine Feinde geliebt
Und meinen Nächsten gehasst
Habe mich gekümmert, war bekümmert, war glücklich und traurig, müde und matt
Ich war gemein und ermutigend,
habe gesündigt und Buße getan

Ich wurde geliebt, getragen, umsorgt,
gehasst, verlacht, verurteilt, verkannt, bin ausgebrannt
War immer geborgen in Gottes Hand und hab ihn so oft nicht erkannt

Ich habe mich unzählige Male blamiert
Bin Umwege gegangen und habe mich auf gerader Straße verirrt
Ich bin von Asien nach Amerika gereist,

habe zig Länder gesehen und weiß doch nichts von der Welt
Kenne den, der mir die Ewigkeit verheißt
der alles erschafft und erhält
Hab ihn gelobt und angebetet, angefleht und verleugnet
Ich habe Gebete wie Seifenblasen an der Decke zerplatzen gesehen
Habe nach Weisheit und Erkenntnis gefragt, wollte alles verstehen
Als Kind habe ich Reife bewiesen
Mich weise verhalten
Als Erwachsene habe ich mich oft als naiv und töricht erwiesen
Ich habe Tränen gelacht
Und konnte am Grab keine Träne vergießen
Fühlte mich beschmutzt und befleckt, als alle mich verließen
Ich habe mich völlig unnötig geschämt
Und zu oft schamlos verhalten
Habe mächtige Männer beraten und stand als junges Mädchen zwischen den Alten
habe Straßenkindern den Dreck vom Körper geschrubbt
Ich war gütig und freundlich, geduldig und gnädig
War wütend und zornig, genervt und gekränkt
Ich wurde verletzt und wurde geheilt
Habe andere verletzt und Verletzen Hoffnung geschenkt

Im Beruf habe ich Karriere gemacht
und bin seit Jahren glückliche Hausfrau, die über ihre Kinder wacht
Am Arbeitsplatz war ich ordentlich und strukturiert
Zuhause sich alles im Chaos verliert
Ich kann alles organisieren und verwalten
Ich war mitfühlend und ließ mein Mitgefühl erkalten
Ich habe so viele gute Entscheidungen getroffen und gute Werke getan
Derer ich mich heute nicht rühmen kann
Denn alles was ich bin und weiß
Habe ich von Jesus empfangen
Ohne den Schöpfer wären wir zu Staub vergangen
Er ist unendlich liebend, geduldig, aber nicht gleichgültig

Er lässt mir nichts durchgehen und manches geschehen, weil er es gut mit mir meint

und über meinen Kleinglauben weint.
Ich war schuldig
Und wurde befreit. 
Nicht weil ich besser bin oder gut
Sondern weil Er meine Schuld auf sich lud

Egal wie lang oder kurz du lebst,
egal wie viele Abenteuer und Geschichten du erlebst.
Eines Tages wird Gott uns richten
Dabei will er uns nicht vernichten
Aber er ist gerecht und der Wahrheit verpflichtet
Im Raum wird sie stehen, die eine Frage:
Und Jesus wird rufen: Für sie hab ich alles bezahlt! Ihr Name steht nicht auf der Anklage!

Ich habe mehr Segen und Liebe erhalten, als ich je für möglich hielt
Nicht weil ich mich immer vorbildlich verhielt,
Sondern weil Jesus die Ehre gebührt
Ich kann mein Leben keinen Tag verlängern
Aber ich kann ihn jeden Tag bitten, dass er mich führt.
Ich kann versuchen in jeder Situation nach seinem Willen zu gehen
Und werde dann in der Ewigkeit das große Ganze sehen.

Eveline Wilms

3 Kommentare zu „Poetry: Gedanken zu meinem halben Leben

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