Vom Essen mit Kindern

Bisher habe ich hier auf dem Blog über geistliche Texte geschrieben. Aber zum wahren Leben gehört auch der ganz normale Alltag. Obwohl ich glaube, dass nichts nichts mit Gott zu tun hat, fiel es mir trotzdem schwer hier über ganz alltägliche Dinge zu schreiben. Dabei ist die Bibel voll mit Geschichten, die ganz normaler Alltag waren, die sich z.B. beim Essen zutrugen oder dieses zum Thema haben.

Daher bin ich Daniela sehr dankbar, dass sie diese Blogparade initiiert hat. Die Idee ist, dass wir auf verschiedenen Blogs christlicher Frauen einen Blick auf die Speisekarte, Essgewohnheiten und in die Kochbücher werfen dürfen.

Die ersten drei Beiträge sind schon erschienen. Sie sind herrlich unterhaltsam, enthielten tolle und einfache Rezeptideen und machen Hoffnung, dass Kinder, die kein Gemüse essen auch groß werden und gesund aufwachsen. Lest unbedingt mal nach. Ich verlinke euch die Beiträge ganz unten, damit ihr meinen zumindest entlang scrollen müsst 😉 Damit ihr ein Gefühl dafür habt, wie weit ihr scrollen müsst, habe ich erstmals ein Inhaltsverzeichnis eingebaut:

Inhaltsverzeichnis

  1. Das beste am Kochen und Backen
  2. Unsere Grundsätze beim Umgang mit Essen
  3. Wochenplan und Einkaufsliste
  4. Tischmanieren
  5. Halbfertiggerichte
  6. Fazit

Das beste am Kochen und Backen

Mal abgesehen davon, dass wir wirklich gerne kochen und backen, ist es so, dass ich es unglaublich befreiend finde eine Aufgabe zu machen, bei der ich Fehler machen darf. Ich experimentiere und versage, es misslingt und verbrennt, aber das macht nichts. Im allerschlimmsten Fall, ist es ungenießbar, aber mal ehrlich, in der Regel kann man es irgendwie essen und hat etwas gelernt. Beim nächsten Mal klappt es besser. Ich kann da durchaus einen Ehrgeiz entwickeln, der dann zu vielen Crossiants innerhalb eines kurzen Zeitraums führt, die alle nicht so gut sind wie vom Bäcker 🙂

Aber es passiert einfach nichts Schlimmes. Diese Freiheit einfach gegen das Rezept zu verstoßen, kreativ zu werden, Fehler zumachen und Erfolge zu erleben – ist das was ich in der Küche mag. Putzen finde ich allerdings furchtbar!

Cookies nach meinem eigenen Rezept

Unsere Grundsätze für einen gesunden Umgang mit Essen

Aber beim Thema Essen geht es natürlich nicht nur um Spaß. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben von uns Eltern für die Nahrung unserer Kinder zu sorgen vom ersten Tag an. Schon als das erste Baby uns die ersten Löffelchen Brei ins Gesicht pustete und den Hochstuhl mehrmals täglich vollschmierte – bin ich froh, dass diese Phase vorbei ist -, überlegten wir uns, wie wir uns die gemeinsamen Mahlzeiten als Familie vorstellten. Wir tauschten uns darüber aus, welche Erfahrungen wir aus unseren Herkunftsfamilien kannten, welche wir gut und welche wir schlecht in Erinnerung hatten. Dabei entstanden unsere Grundsätze, die ich in diesem Beitrag erklärt habe. Hier nur kurz als Übersicht:

  1. Essen ist weder Belohnung, Trost noch Strafe
  2. Gemeinsam zubereiten und naschen
  3. Jedes Gericht probieren, keins essen müssen
  4. Nicht zu viele Alternativen
  5. Vorsicht Zwischenmahlzeiten
  6. Keine Tabus
  7. Gesundes Vesper außer Haus
  8. Getrunken wird hauptsächlich Wasser
  9. Ausnahmen sind wichtig
selbstgekochter Babybrei

Wochenplan und Einkaufsliste

Wir machen in der Regel einen Wochenplan. Eine zeitlang gab es sogar einen Monatsplan. Wir lieben Abwechslung und haben so den ganzen Monat kein Gericht doppelt gegessen. Gekocht wird bei uns in der Regel mittags.

Mittagessen

Beim Mittagessen halten wir uns grob an folgenden Plan für jede Woche:

  • 1x Kartoffeln als Beilage
  • 1x Reis als Beilage
  • 1x Nudeln als Beilage
  • 1x Vegetarisch
  • 1x Fisch
  • 1x Suppe oder Eintopf
  • 1x doppelte Portion zum Verschenken
  • (1x im Monat ein neues Gericht ausprobieren)

Wir planen in einer App und führen auch dort unsere Einkaufsliste. Das hat sich sehr bewährt, weil mein Mann manchmal einfach nach der Arbeit einkaufen fährt. Alles was er in der App findet, kauft er auch ein. Müsste er zuhause erst meine Einkaufsliste holen, wäre die Motivation nochmal los zu fahren geringer.

Auf die Einkaufsliste kommen in der Regel einmal in der Woche alle Zutaten, die wir für den Speiseplan brauchen. Außerdem befüllen wir beide permanent die Liste, wenn wir etwas aus dem Vorratsschrank nehmen. (Zugegebenermaßen vergesse ich es öfter mal, was dazu führt, dass auch mal Butter oder Mehl ausgehen.)

Frühstück

Eier aus dem Hühnerstall meiner Freundin

Wir lieben Frühstücken. Am Wochenende wird der Frühstückstisch reich gedeckt mit einer Eispeise und/oder Speck, einem selbstgemachten Müsli oder Joghurt, auch ein Obstsalat oder Weißwurst wird mal aufgetischt. Es gibt Smoothies und natürlich Latte Macciato. Backwaren holen wir meistens vom Bäcker, ab und zu backe ich auch selbst. Die Kinder essen am liebsten Crossiants mit Nutella.

Stichwort Nutella: Bei uns gibt es sieben Tage die Woche Nutella (Grundsatz: keine Tabus 🙂 was dahinter steckt, könnt ihr hier nachlesen)

Die jüngeren Beiden essen unter der Woche sehr gerne auch ungesüßten Apfelmus mit Haferflocken oder Weizenkleie. Letzere gehen – mir völlig unverständlich – auch mal trocken. Unsere Älteste hat noch nie gerne gefrühstückt. Vor der Schule trinkt sie oft nur einen Kakao, isst dort dann aber ihr Gemüse gerne. Der Zweite liebt Naturjoghurt mit frischen oder gefrorenen Beeren.

Abendessen

Zum Abendessen gibt es mehrmals in der Woche Brot mit Wurst und dazu Gemüserohkost. Der Gemüseteller ist manchmal schon leer, bevor wir alle richtig am Tisch sitzen.

Mindestes einmal in der Woche gibt es abends „Teig“. Pizza, Flammkuchen, Burger, Hotdogs, Blätterteigschnecken usw. An einem anderen Abend essen wir süß (Mittags eher die Ausnahme, abends aber gerne). Da sind Pfannkuchen hoch im Kurs, gefolgt von Kaiserschmarn, hin und wieder gelüstet es auch mal jemanden nach Grießbrei.

Brot backe ich sehr gerne selber. In letzter Zeit bin ich aber irgendwie aus dem Rhythmus gekommen. Auch Burger- und Hotdogbuns mache ich am liebsten selbst.

Die bisher besten Burgerbuns habe ich bei Livingbbq gefunden.

Pulled Pork Burger

Mein Brot backe ich nach dem Plötzprinzip mit abgewandelten Rezepten (der Teig geht 24 Stunden).

erstes eigenes Brot

Tischmanieren

Der Vollständigkeithalber noch ein paar Worte zu den Manieren an unserem Tisch. Vorne weg. Unser Esstisch ist unser Bastel- und Maltisch, unsere Werkbank, unser Homeoffice und oft auch ein Klettergerüst. Wer bei uns rein kommt, sieht oft ein Kind auf dem Tisch sitzen. Keine Ahnung warum die das machen, aber beim Malen sitzen einige bei uns auf dem Tisch.

  1. Während dem Essen, gilt aber: Füße und Knie unter den Tisch. Aus Rücksicht auf die anderen Familienmitglieder. Es fällt uns schwer das auszuhalten, aber einige Kinder matschen und essen mit den Händen, eines klebt sich auch mal die Käsescheibe irgendwo auf den Körper oder kratzt mit den Fingernägeln die Butter vom Brot. Es ist wirklich kein schöner Anblick. Der Grund warum wir das gestatten, ist eine längere Geschichte und hat mit Tiefensensibilität zu tun. Auf jeden Fall erleben wir die Mahlzeiten mit allen Sinnen, was nicht alle von uns gerne sehen. Aber die Liebe duldet alles. (Wenn euch das Thema interessiert, schreibt mir in die Kommentare, dann weiß ich das Thema des nächsten Artikels.)
  2. Wichtig ist uns, dass wir Vorbilder sind. Wir decken allen Messer und Gabel, auch wenn der eine oder andere eh kein Besteck verwendet. Wir ermutigen die Kinder regelmäßig das Besteck zu nutzen und erleben auch bei allen (in unterschiedlichen Altersstufen), dass sie ihre Manieren entwickeln, ausprobieren, Erfolge erleben und abschauen. Keine Angst, einladen dürft ihr uns trotzdem. Denn sind wir irgendwo zu Besuch, essen alle mit Besteck und keiner steigt auf den Tisch, ohne dass wir vorher darauf hinweisen oder ermahnen müssen. Ich bin kein Experte, aber ich gehe davon aus, dass es an unserem Vorbild zuhause sichtbar ist, wie „normal“ oder „anständig“ gegessen wird (ohne, dass wir das je gesagt hätten).
  3. Außerdem ist es uns wichtig, dass wir die Mahlzeiten gemeinsam anfangen und beenden. Bevor wir uns aufs Essen stürzen, beten wir. Über unsere Tischgebete hatte ich mal einen Beitrag für den Blog Mit Kindern Glauben geschrieben. Einer der vier ist eine lange Phase während dem Essen immer mal um den Tisch gerannt oder hat im Stehen und Hüpfen gegessen, weil er einfach nicht genug Sitzfleisch hatte. Bis zu einem gewissen Grad haben wir es geduldet, solange trotzdem auch was im Magen gelandet ist. Aber einen Monat zu Beginn der Mahlzeit wollen wir gemeinsam still werden und Gott danken.
  4. Als die ersten Beiden klein waren, durften sie spielen gehen, sobald sie satt waren. Denn für mich begann ja dann erst die Mahlzeit. Beim dritten Kind stellte sich heraus, dass es dann auch immer abhauen wollte, obwohl es zum Teil noch nicht einmal angefangen hatte, als sein großer Bruder schon satt war. Da der Kleine scheinbar nie Zeit zum Essen hatte, galt ab da die Regel, dass alle auf ihn warten mussten. Ab dem vierten Kind hieß die Regel: „Wir bleiben sitzen bis alle fertig sind!
  5. Mein meist gesagter Satz am Tisch: „Tischlautstärke und aussprechen lassen!“ Wir diskutieren laut und viel. In der Hinsicht bin ich kein gutes Beispiel. Aber wir üben gemeinsam.
  6. Am Tisch wird nicht geschrien„, ist auch ein Satz, der phasenweise oft fiel. Manchmal ist man (äh Kind) einfach so frustriert. Der Brei schmeckt nicht und landet auf dem Boden, das Essen sieht eklig aus, man wird ständig unterbrochen, fühlt sich nicht gesehen. Da muss der Frust auch mal in Form eines schrillen, nicht aufhörenden Tons entladen werden. Damit alle anderen aber ihre Mahlzeit genießen können, geht ein Erwachsener mit dem wütenden Kind in einen anderen Raum. Wir klären die Angelegenheit und wenn sich die Gemüter beruhigt haben, wird der Tellerinhalt ggf. erwärmt und gemeinsam weiter gegessen. Eine Zeitlang hatten wir für solche Schreiausbrüche einen extra Platz im Kinderzimmer. Das war die Schreiwolke. Auf der durfte man schreien so laut und lange man wollte, aber was erlaubt ist, ist irgendwie nicht so reizvoll.
  7. Am Ende einer jeden Mahlzeit bedanken wir uns bei allen beteiligten Köchen. Das kann auch mal die ganze Familie sein, auch da gebührt jedem Dank von jedem.

Halbfertiggerichte

Wenn es mal schnell gehen muss und Nudeln und Pesto wirklich nicht schon wieder auf den Teller sollen, koche ich eine Gemüsesuppe.

Einfach ein 1kg Tiefkühlgemüse (egal was. Oft Kaisergemüse) in 1l Brühe kochen. Wenn ich doch ein paar Minuten mehr Zeit habe, schäle ich noch ein paar Kartoffeln. Pürieren. Geschlagene Sahne einrühren oder auf den Tisch stellen. Unsere Kinder verzieren die Suppe mit tollen Sahnemustern. Wenn ein Glas Bockwürstchen da ist, rein damit. Wenn sich im Kühlschrank Speck findet, sagt auch niemand nein.

Ansonsten mache ich oft selber Halbfertiggerichte. Wenn ich mal Zeit habe, bereite ich die doppelte Menge vor, friere aber die Hälfte ein. Schon mal die Zwiebeln und das Fleisch andünsten und einfrieren. Karotten reiben und einfrieren. Und was es sonst so braucht. Manchmal packe ich sogar schon die Gewürze mit in meine TK-Mischung. Wenn ich mal keine Zeit zum Kochen habe, hole ich das Päckchen raus und muss nur noch alles fertig machen. Das geht nicht bei allen Gerichten, aber zum Beispiel bei einer Reispfanne. Da hab ich alles immer fertig gewürzt eingefroren. Nur noch den Reis dazu und fertig kochen. Natürlich kann ich auch das fertige Gericht einfrieren, aber das schmeckt dann nach Resten. Sind die Kartoffeln oder der Reis frisch, dann schmeckt es eben nach frisch gekocht 🙂

Fazit

Das war jetzt eine ganze Menge, ich weiß. Danke fürs Lesen 🙂 Es ist doch so, dass die meiste Zeit, die wir als ganze Familie zusammen verbringen, in Küche und Esszimmer stattfindet. Hier entsteht Familienkultur, hier wird gelacht und geweint, von Höhen und Tiefen des Tages erzählt und oft werden hier auch wichtige Fragen zu Gott und der Welt gestellt.

Inzwischen glaube ich, dass es unsere Grundsätze sind, die dazu beitragen, dass unsere Kinder gerne und alles essen. Aber in anderen Familien sieht es ganz anders aus. Schaut mal bei den anderen Bloggerinnen vorbei und lasst euch ermutigen und inspirieren:

  • Sandra schreibt auf 7geislein wunderbare humorvolle Texte aus dem Alltag einer Großfamilie. Es ist immer wieder so herzerfrischend und warm.
  • Nici bildet Erzieherinnen aus. Auf ihrem Blog milchundhonig schreibt sie nicht nur über Bildung. Sie hat zwei Teenagertöchter, die kaum Gemüse brauchten, um sportliche, junge Damen zu werden.
  • Johannas Blog berührt mich ganz besonders, da ich mich auf vollkommenbesonders ein wenig verstanden fühle. Mit viel Struktur navigiert sie ihre 7-köpfige Familie mit einem Kind, das besondere Aufmerksamkeit braucht durchs Alltagschaos.
  • Antschana ist die Gründerin von Mamaabba, den Blog habe ich schon mehrfach verlinkt, weil sie einige Artikel von mir veröffentlicht hat. Bei ihr findet ihr auch echte, gelebte Essenspläne, Rezepte und ganz viel fürs Herz.

Schreibt doch mal in die Kommentare was eure Lieblingsgerichte sind. Das würde mich sehr interessieren.

Eure Eveline

2 Kommentare zu „Vom Essen mit Kindern

  1. So spannend und so schön, wie jede Familie ganz eigen, bunt und wundervoll ist!
    Ich finde deine tiefen und ehrlichen Einblicke in eurer Familienessleben sehr entspannend! Wir dürfen uns unseren Weg suchen, ab und zu auch wieder abbiegen, mal langsam und mal schnell drauf gehen… Ich mag deine Grundsätze und einiges läuft bei uns ganz ähnlich. 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s